Am vergangenen Sonntag, den 01. September, hatte unsere 2. Mannschaft ihr Auftaktmatch der Saison 2024/25. Sie spielten auswärts gegen die dritte Mannschaft der TTC Fritzdorf, die gerade erst aus der Kreisklasse aufstiegen war. Mit einem durchschnittlichen DWZ-Plus von fast 280 Punkten zu unseren Gunsten, hätte es eigentlich eine klare Angelegenheit werden sollen, aber gute Zahlen gewinnen keine Partien, gute Züge gewinnen Partien.
Dabei fing alles so vielversprechend an: Dieter zerlegte seinen Gegner am siebenten Brett ohne große Mühen in der Slawischen Verteidigung. Das war angesichts von einem DWZ-Plus von 500 Punkten auch als Pflichtsieg zu verbuchen.
Fritz tat sich ein Brett höher in der Skandinavischen Verteidigung mit Schwarz erstaunlich schwer, gab ohne Not eine Qualität (Turm für Springer), eroberte dafür zwei Bauern und nur wenig später auch einen Läufer. Im Angesicht des Verlusts eines Freibauern verließ ihn wohl der Mut und er bot Remis an, obwohl er im Endspiel Läufer, Springer und Mehrbauer gegen Turm die Oberhand gehabt hätte. Schade um den halben Punkt.
Ralf tat sich an Brett 3 zunächst schwer. Er verlor die Kontrolle über die einzige offene Linie, was sein Gegner ausnutzte, diese mit seinen Türmen eroberte und schließlich einen Bauern eroberte. Ralf konnte diesen zurückgewinnen, profitierte letztlich aber von den strategischen Fehlern seines Gegners. Er wickelte ins Leichtfigurenendspiel mit gutem Springer gegen schlechten Läufer ab und gewann dieses ohne Mühen.
Silas hätte seine Partie eigentlich ebenfalls ohne allzu große Anstrengungen gewinnen können ... Eigentlich, denn fast am Ziel angekommen verlor er durch eine Springergabel die Dame und damit auch die Partie. Peter gewann seine Partie allerdings kann ich dazu nicht mehr Details beisteuern, da mir seine Notation nicht vorliegt.
Blieben noch Rabia und Robin. Ersterer stand schon nach drei Zügen vorteilhaft, da sein Gegner eine zugegebenermaßen seltene, aber objektiv schlecht Variante des Damengambits wählte. Da die Idee aber so abstrus ist, schaut man sie sich nicht unbedingt mit dem Rechner an. Rabia war also vermutlich ab Zug drei auf sich alleine gestellt und baute in der Folge die eine oder andere positionelle Ungenauigkeit ein, was seinem Gegner in der Folge zu Gegenspiel am Damenflügel reichte sollte. Rabia manövrierte sich zunehmend in Schwierigkeiten und ging letztlich an seinen Felderschwächen und der Passivität zugrunde.
Robin opferte entgegen seiner Natur einen Läufer für zwei Bauern und zerstörte damit den Bauernschild des gegnerischen Königs. Leider übersah er das entscheidende zweite Läuferopfer gegen die Rochadestellung, welchen den Königs jeglichen Schutzes beraubt und in der Folge sogar die Dame im Austausch gegen zwei Figuren gewonnen hätte. Robin stand zwar immer besser, ließ aber nie den finalen Schlag folgen und so dümpelte die Partie langsam aber sicher dem Remis entgegen. Angesichts des Standes von 3,5:2,5 wollte er vielleicht auch kein übergroßes Risiko eingehen und den entscheidenden halben Punkt zum Mannschaftssieg nach Hause holen. Nach dem 40. Zug einigten sich beide Seiten in stark vereinfachter Stellung auf Remis.
Fazit: Ein Sieg ist ein Sieg und 2 Mannschaftspunkte sind 2 Mannschaftspunkte, aber wir werden noch einen Gang hochschalten müssen, wenn wir im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitreden wollen, um in die Bezirksliga zurückzukehren.