Am gestrigen Sonntag, den 22. April traten wir zum achten Spieltag der Verbandsliga Süd mit unserer ersten Mannschaft gegen die erste Mannschaft aus Fritzdorf an. Diese waren zu diesem Zeit Tabellenführer und wir zwei Punkte dahinter. Mit einem Sieg hätten wir demnach gleichziehen und durch den direkten Vergleich sogar vor ihnen landen können. Dummerweise mussten wir auf mehrere Stammspieler verzichten. So fehlten uns zum Beispiel Tobias am zweiten Brett sowie Guido an Brett 4 mit bisher 6 aus 6.
Rabia wählte in der Eröffnung die falsche Variante und kam daraufhin in Schwierigkeiten. Das war bedauerlich aber immer noch handhabbar. Entscheidend war aber der Figureneinsteller nach seiner Rochade und anschließender Springergabel seines Gegners. 0-1
Lars verfolgte ebenfalls in der Eröffnung den falschen Plan und sah sich anschließend mit einer schlechten Stellung konfrontiert. Die Stellung war aber nicht das eigentliche Problem, viel schlimmer war jedoch, dass er früh in extreme Zeitnot geriet. Beides in Kombination führte schnell dazu, dass die Lage vollkommen hoffnungslos wurde. Bereits nach 22 Zügen streckte er die Hand zur Aufgabe. 0-2
Lukas spielte zunächst eine gute Partie und ich dachte, er wäre nahe dran am Sieg oder zumindest der Punkteteilung. Die Engine zeigt aber, dass er nie wirklich besser stand, sondern sein Gegner zügig in Vorteil kam. Auch hier verschlechterte sich seine Stellung zusehends und die Partie war nicht zu halten. 0-3
Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Jetzt müssen wir alle verbliebenen Stellungen gewinnen. Bei Markus sah es auch absolut fantastisch aus. Er hatte für nur einen Bauern den Läufer seines Gegners erbeutet und gewann die Partie souverän. 1-3
Max hatte die Partie über weite Strecken gut im Griff, wenngleich er meistens schlechter stand. Das Manövrieren seines Gegners führte aber nirgendwo hin. Kurz vor der Punkteteilung hätte Max die Türme tauschen und versuchen können das entstandene Doppel-Leichtfigurenendspiel zu gewinnen. Vermutlich hätte sein Gegner den Gewinnversuch souverän genug abgewehrt, aber aus meiner Sicht war für Max kein Verlustrisiko abzusehen. 1,5-3,5
Jannis hatte mit dem Mut der Verzweiflung eine Qualität für aktives Spiel geopfert. Fehlenden Einsatz kann man ihm in dieser Saison definitiv nicht absprechen. Der Versuch war jedoch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Sein Gegenüber brachte den König auf den Königsflügel um sich dem Bauernsturm entgegen zu stellen und bildete dann unter Zuhilfenahme des Turms einen Freibauern, der nur deshalb nicht zur Dame umwandelte, weil Jannis vorher aufgab. 1,5-4,5
Lothars Partie verlief weitestgehend ereignislos. Weil beide Seiten ihre Chancen nicht erkannten, endete die Partie folgerichtig im Remis. 2-5
Bleibt noch meine Partie. Gerne würde ich behaupten, meine Stellung ging nur deswegen kaputt, weil ich ähnlich wie Jannis volles Risiko gegangen bin. Die Wahrheit ist aber, dass ich zwei Damenzüge meines Gegners unterschätzte oder schlicht übersehen hatte. Nach dem Generalabtausch war ich gezwungen eine Figur zu spucken. Doch dieses mal konnte ich das Endspiel mit Minusfigur nicht halten, auch weil mein Gegner die Stellung methodisch sicher und korrekt spielte. Der Rest wäre unnötige Quälerei und so gab ich schließlich auf. 2-6.
Natürlich kann man den Fritzdorfern keinen Vorwurf daraus machen, dass sie es im Unterschied zu uns geschafft haben ihre Leute ans Brett zu bringen, gleichzeitig ist es bitter, weil die Möglichkeit zum Aufstieg vor uns ausgebreitet war und es am Ende - wenn auch nicht nur - auch an miesem Timing scheiterte.
Martin Seidel
Der Schachverein von 1927 Hennef-Sieg e. V. trauert um sein langjähriges Mitglied Friedrich Lichtenberg, der am 7. Januar 2026 im Alter von 84 Jahren verstorben ist.
Friedrich Lichtenberg, geboren am 17. Februar 1941, war über viele Jahrzehnte eine prägende Persönlichkeit unseres Vereins. Mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz wirkte er viele Jahre als Vorstandsmitglied und gestaltete das Vereinsleben maßgeblich mit. Für seine besonderen Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt und ihm wurde von der Stadt Hennef die Ehrennadel Sport verliehen – beides Auszeichnungen, die er in jeder Hinsicht verdient hat.
Er war nicht nur ein leidenschaftlicher Schachspieler, sondern vor allem ein Mensch, der durch seine Herzlichkeit, seinen Humor und seine Beliebtheit das Miteinander im Verein bereicherte. Friedrich verstand es, Menschen zusammenzubringen, neue Mitglieder zu motivieren und mit seiner freundlichen Art für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Sein Rat war geschätzt und seine Anwesenheit stets eine Bereicherung.
Mit Friedrich Lichtenberg verlieren wir einen engagierten Mitstreiter, einen guten Freund und einen Menschen, der unseren Verein nachhaltig geprägt hat. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und ihn stets in dankbarer Erinnerung behalten.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
Schachverein von 1927 Hennef-Sieg e. V.
Der Vorstand
Erinnerung an
Friedrich Lichtenberg
Alles, was bleibt.
Seine Gedanken, seine Gefühle,
der Ton seiner Stimme,
sein trockener Humor,
all das bleibt.
Sein Elefantengedächtnis für
Personen und Ereignisse,
sein großer Einsatz für den Verein,
all das bleibt.
Seine Art zu spielen,
das langsame Heben der Figuren
mit der linken Hand,
seine unermüdliche Fähigkeit,
immer in Zeitnot zu geraten,
all das bleibt.
All das bleibt uns in Erinnerung.
Wir alle trauern um unseren
Schachfreund Friedrich Fritz.
Schachverein - Hennef 1927 e.V.
Nach dem Aufstieg unserer zweiten Mannschaft aus der Bezirksklasse in die Bezirksliga ist das Ziel dieser Saison klar: Wir wollen die Klasse halten. Trotz der Verstärkung durch Frank, Isabelle und Alexander aus der ersten Mannschaft sowie Ghassan, der aus der dritten Mannschaft nach oben rückt, ist das ein durchaus ambitioniertes Ziel. Am ersten Spieltag empfing unsere Zweite nun die zweite Mannschaft der TTC GW Fritzdorf. Ausgehend von den DWZ-Durchschnitten der Mannschaften sind Godesberg, Fritzdorf und wir die Mannschaften, die am meisten Gefahr laufen, abzusteigen.
Somit stand uns ein direktes Duell um den Klassenerhalt bevor. Am Ende war das Glück auf unserer Seite und unsere Mannschaft konnte einen knappen 17:15 Sieg verbuchen.
In den Parallelspielen kam es zu folgenden Ergebnissen:
SC Bonn Beuel 2 - Godesberger SK 4 (23:9)
SF Rheinbach 2 - SK Troisdorf 2 (17:15)
SF Lohmar 2 - SC Empor Maulwurf Bonn 1 (19:10)
VdSF Bonn spielfrei
Traditionell begrüßen wir das neue Jahr mit unserem Brezelblitzturnier. Dieses findet in 2026 am Mittwoch, den 07. Januar statt. Gespielt wird ein vollrundiges Turnier mit einer Bedenkzeit von 3 Minuten zuzüglich eines Inkrements von 2 Sekunden pro Zug. Wir freuen uns auch über Gäste aus anderen Vereinen oder ganz ohne Vereinszugehörigkeit. Das Startgeld beträgt 3€. Das Turnier findet in der Aula der Landesschule Nordrhein des DRK statt. Die Adresse lautet Schulstraße 38. Start ist 19:00 Uhr, wir bitten aber alle darum bereits etwas früher vor Ort zu sein.
Die Saison geht wieder los
und wir starten wieder komplett in den Spielbetrieb. Folgende Termine stehen im August und September auf dem Programm:
Am 27. August findet das erste Jugendtraining nach den Sommerferien statt. Wir beschäftigen uns mit den Wirkungen von Zügen. Was passiert eigentlich alles bei einem Zug? Ganz grob lassen sich Wirkungen einteilen in Angriffe bzw. Deckungen, das Räumen und Blockieren von Feldern sowie das Öffnen und Schließen von Bahnen (Reihen, Linien und Diagonalen). Im Anschluss besprechen wir einige Partien unserer Teilnehmer bei unserem Elo Sommer Open.
In den September starten wir mit einer Trainingseinheit zum Thema „Kandidatenzüge“. Worüber sollten wir eigentlich nachdenken im Laufe einer Partie? Welche Züge verdienen es tiefer analysiert zu werden? Wir schauen uns genauer an, was alles wichtig ist. Die Grundbegriffe kennen wir schon aus der Lektion über Wirkungen.
Nach dem Training geht es weiter mit dem ersten Blitzturnier der Saison 2025/26. Gespielt wird im Modus Jeder-gegen-Jeden und einer Bedenkzeit von 3 Minuten zuzüglich 2 Sekunden Inkrement.
Ebenfalls am 03. September endet die Anmeldefrist für die Vereinsmeisterschaft, die wir über die kommenden Monate in fünf Runden Schweizer System ausspielen werden.
Am Sonntag, den 07. September findet das Auftaktspiel unserer ersten Mannschaft statt. Wir empfangen zuhause die dritte Mannschaft des Godesberger SK. Wir wollen selbstverständlich mit einem Sieg in die Saison starten und beide Punkte in Hennef zu behalten.
Am darauffolgenden Mittwoch steht bei unserem Training der Aspekt der Faktoren des Schachspiels im Vordergrund. Darunter verstehen wir Kraft (im Wesentlichen Material), Raum und Zeit. Das Zusammenspiel dieser drei Punkte bildet zusammen mit den beiden vorherigen Übungen die Grundlage für eine ordentliche Partieanlage. Kraft, Raum und Zeit lassen sich in verschiedenster Weise gegeneinander austauschen. Ein Beispiel dafür sind sogenannte Gambits (Damengambit, Königsgambit, schottisches Gambit). Das sind Eröffnungen, in denen eine Seite Material gibt, um im Gegenzug Raum (im Zentrum) und Zeit (in Form von schneller Figurenentwicklung) zu erhalten. Genauer schauen wir uns das im Training an.
Das Training am 17. September steht ganz unter dem Stern des Doppelangriffs. Wir beginnen mit der einfachsten Form der Drohung und bauen auf der Lektion zu den Kandidatenzügen auf. Wichtig zu verstehen ist zunächst, was alles als Angiffsziel in Frage kommt. Das sind natürlich zu allererst der König – Schach ist bekanntlich die stärkste bzw. zwingendste Drohung, da sie immer beantwortet werden muss – und Material, aber auch wichtige Felder können, wenn sie unter Beschuss geraten schnell zum Problem werden. Sobald wir unsere Ziele ausfindig gemacht haben, gibt es noch folgende Fragen zu beantworten: Wie wertvoll sind der Angreifer und die Verteidiger (Punkteschema)? Sind der Angreifer und die Verteidiger gedeckt? Hat der Verteidiger eine Gegendrohung oder kann eine entsprechend gute Drohung aufstellen? Kann er die Doppeldrohung anderweitig entschärfen?
Anschließend findet die erste Runde der Vereinsmeisterschaft statt.
Für die zweite Mannschaft ist der 21. September gleichzusetzen mit dem Saisonauftakt in der Bezirksliga. Los geht es mit einem Auftaktspiel gegen die zweite Mannschaft des TTC Fritzdorf. Beide Mannschaften kommen gestärkt aus der Saisonpause und entsprechend sollte uns ein spannender Mannschaftskampf bevorstehen.
Nach dem Doppelangriff am vergangenen Mittwoch steht mit der Fesselung nun die zweite taktische Grundform auf dem Lehrplan. Was macht eine Fesselung aus? Was ist der Unterschied zwischer einer absoluten/echten und einer relativen/unechten Fesselung? Wir nehmen auch die andere Perspektive ein und fragen uns, wie wir eine Fesselung wieder aufheben können. Im Anschluss daran werden wir lernen, wie wir eine Fesselung ausnutzen können. In englischen Kommentaren hört man oft den Satz „Pin it to win it“, was so viel bedeutet wie: „Fessle eine Figur, um sie zu gewinnen“. Unter anderem betrachten wir den zweifachen/mehrfachen Angriff, den Angriff auf eine gefesselte Figur oder auf eine andere Figur, die auf die Hilfe des gefesselten Steins angewiesen ist, diese Hilfe aber aufgrund der Fesselung nicht bekommen wird.
Mit ein wenig Glück kann man die neu erworbenen Kenntnissen direkt im Anschluss an das Training beim Schnellschachturnier anwenden. Je nach Teilnehmerzahl werden entweder fünf Runden Schweizer System gespielt oder wir spielen vollrundig Jeder-gegen-Jeden. So oder so hat man pro Runde 10 Minuten zuzüglich 5 Sekunden zur Verfügung.
Wer am Mittwoch früh nach Hause muss, bekommt am Wochenende die nächste Chance seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Für die erste Mannschaft geht es zum Auswärtsspiel nach Brühl und deren zweiter Mannschaft. Auch am zweiten Spieltag wollen wir natürlich bestmöglich antreten und soviele Punkte wie möglich aus Brühl entführen. Gleichzeitig starten die dritte und vierte Mannschaft in die Saison. Die dritte Mannschaft unter Leitung von Fred Baumgarten empfängt zuhause die dritte Mannschaft der Schachfreunde Lohmar. Ein schwieriger Auftakt und doch müssen wir jede Gelegenheit nutzen, genug Punkte zu sammeln, um irgendwie den Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Die vierte Mannschaft reist nach Swisttal um dort gegen die zweite Mannschaft des SK Heimerzheim anzutreten. Auch diese Aufgabe wird sicherlich nicht einfach werden, aber wir geben uns bestes.